Samstag, 18. Juni 2011

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011

12. Tag    St.Peterburg


Dieser Tag war für den Besuch der Stadt St. Peterburg geplant. Eigentlich konnten wir nur die vergangene Nacht auf dem Platz sein, da eine Reisegruppe mit 19 Wohnmobilen angemeldet waren. Nach  zähen Verhandlungen und langen Hin und Her, konnten wir die Damen an der Reception doch noch überzeugen, dass wir eine weitere Nacht hier stehen können. Die  Fahrzeuge noch rasch umgestellt und gut verstaut konnten wir sie nun auf dem bewachten Campingplatz stehen lassen und müssen uns keine Gedanken über irgendwelche Überraschungen machen. Ist ja wieder mal super aufgegangen! Die Tagesrucksäcke gepackt, machten wir uns auf den Weg zur sehr nahe gelegenen U-Bahn Station. Die Tickets sind schnell  gekauft und schon geht’s hinunter in die Unterwelt von St.Peterburg. Nach kurzer Fahrt in dem Schüttelbecher sind wir am Niewsky Prospekt wieder ans helle und warme Tageslicht gekommen. Buahh – viele Leute, breite Strassen, viele Kanäle, viele alte Gebäude. Nach kurzer Orientierungsphase haben wir eine Route ausgeheckt die uns an die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt vorbeiführen sollte. So war’s denn auch. Grosse eindrückliche Basilika, Nepp Souvenirstände, Geldautomat, riesige Plätze, schöner Hafen, ...... Es waren sehr viele Einheimische in der Stadt unterwegs, da am Abend der 12. Jahrestag der Russischen Föderation gefeiert werden soll. Die ganze Stadt so etwas wie „Chilbi“. Die Schuhsohlen gefühlte 5mm dünner, durstig und von den Eindrücken überfüllt, haben wir uns dann doch entschieden zum Campingplatz zurückzugehen. Wir könnten rasch am Abend nochmals zum Essen in die Innenstadt. Wieder in die Metro, 3 Stationen und wir sind wieder an unserem Standplatz beim Hotel. Der Anblick hat uns fast erschlagen, es waren wirklich 19 Wohnmobile mittlerweile angekommen und haben den Ganzen Platz belegt. Da uns langsam aber bestimmt ein Hungergefühl beschlich, haben wir uns das Essen gleich im Hotelgarten bestellt. Russisches Kotelett, das eigentlich auf der Karte mit Französischem Kotelett deklariert war entpuppte sich in Wirklichkeit als „Hacktätschli“ – aber gut waren sie! Mit dem nochmaligen Ausflug in die Stadt wurde nichts mehr, wir waren viel zu müde und krochen dann nach einem Bier in Hotelgarten auch schon bald in unsere Kajüten. Das war St. Peterburg.      

Donnerstag, 16. Juni 2011

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011


11. Tag    Obzha – Lodeynoe Pole – Syasstroy – St.Peterburg

Die Nacht war kühl und relativ feucht. Kein Wunder so nah am Wasser. Dank der wärmenden Sonne konnten wir das Frühstück an dem See geniessen und dazu unsere Waschtüchlein in kurzer Zeit trocknen. Unser heutiges Ziel ist St.Perterburg.
Die gestrige Fahrt durch den Wald und über die Brücke konnten wir elegant auf einer schnellen Kiespisten umfahren und waren dadurch in kurzer Zeit auf der Hauptstrasse. Durch Dörfer und kleine Städtchen kamen wir auf immer besser werdenden Strassen und zunehmendem Verkehr St.Peterburg näher. Auf der Strecke haben wir uns noch mit etwas essbaren und Getränken eingedeckt. Gegen 19 Uhr sind wir dann in der Stadt angekommen. Noch kurz das Hotel (mit Campingplatz) gesucht und schon konnten wir uns für die Nacht einchecken. Im Hotelgarten haben wir dann doch nach einer Stunde unser Nachtessen auf den Tisch bekommen. Unsere Autos sind von einigen Russen bestaunt worden, die sich dann nach dem Essen zu uns gesellt haben. Eine sehr nette Familie mit mit Eltern, Tochter und Onkeln, von denen die Tochter sehr gut englisch sprach und alles simultan übersetzen konnte. Es stellte sich heraus, dass einer von der Gruppe auch ein Overlander ist und regelmässig von Moskau aus zu Altai-Gebirge fährt. Wir haben unsere Reiseerlebnisse ausgetauscht und konnten dank Internet auch gleich die Bilder von den Reisen anschauen. Nach dem Austausch der Adressen und einem letzten Schluck Kaffee haben wir uns dann auch hingelegt.   

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011


10. Tag    Uuksu – Salmi – Vidlitsa – Ionets - Obzha

Nach einer kurzen Nacht hat uns die Sonne viel zu früh geweckt. Der Wein, das Bier und der Vodka haben sich glücklicherweise nicht nachteilig auf unser morgendliches Wohlbefinden ausgewirkt. Aleksej hat uns für diesen Tag angeboten,  sein Boot für eine kleine Spritztour auf den Ladogasee, uns zur Verfügung zu stellen. Wir wollten aber die Gastfreundschaft nicht überstrapazieren und sind nach der Morgenwäsche und dem Frühstück von diesem wunderbaren Platz weiter Richtung Süden abgefahren. Am Vorabend haben wir bei Aleksej, dem unter Anderem auch passionierten Fotografen, Fotos von einem schönen weissen Strand gesehen. Beeindruckt von den Bildern wollten wir die Gegend natürlich auch sehen. Und vielleicht ergibt sich auch noch einen hübschen Übernachtungsplatz dabei. Über holprigen und mit Schlaglöchern übersäten Strassen sind wir nach verhältnismässig kurzer Fahrt – es war bereits später Nachmittag geworden, an dem besagten Strandabschnitt angekommen.
Tief im Wald drinnen, aber immer noch auf einer in unseren Navis eingezeichneten Strasse, bot sich mir plötzlich ein sehr ungewohnter Anblick. Eine Brücke. Aber nicht eine normale Brücke, sondern eine aus Baumstämmen zusammen gezimmerten, eher gesagt Notbrücke, wie man solche in Filmen über Südamerika sieht. Den Übergang haben wir nach eingehender optischer Prüfung für gut befunden und daraufhin habe ich Gunnar über die Brücke gelotst. Dabei hat es schon sehr arg geknirscht und geknackt. Nach nochmaliger Prüfung, ein Brückenlager war nicht mehr so vertrauenserweckend, habe ich mich schliesslich auch dazu entschieden die Überfahrt zu wagen. Alles gut, es hat gehalten. Nach einer Rauchpause (die einen etwas mit schlotternden Knien) haben wir die Fahrt auf der immer schmaler werdenden Weg fortgesetzt.
Plötzlich kam mir ein Lada entgegen, hielt vor mir an und die Insassen versuchten mir wild gestikulierend klar zu machen, dass wir nicht weiterfahren können, weil etwas gesperrt oder eingestürzt war. Ich nahm die Warnungen zur Kenntnis, fuhr aber trotzdem weiter – ich wollte bis zu dieser Stelle kommen. Nach einem weiteren Halt ist der Lada wieder von hinten zu mir aufgefahren. Und wieder versuchten sie mir, diesmal etwas energischer, klar zu machen, dass es nicht weiter geht auf diesem Weg. Mit Zeichnungen mit einem Stock im Sand wurde mir nun klar, dass es sich um eine weitere Brücke handelt die eingestürzt war. Der eine der Männer machte mir ein Anzeichen, dass er mit mir zu einem „Professor“, der englisch spricht fahren wollte. Nach ca. 500 Meter sind wir zu einer Hütte gekommen. Da stand auch schon der „Professor“. Sergej, der sehr nette „Professor“, erklärte mir sehr anständig, dass wirklich an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken ist. Zudem befanden wir uns in einem „Biosphären-Gebiet“ das wir wieder zu verlassen hätten, hat mir freundlicherweise aber trotzdem einen Patz für die Nacht zugewiesen, wo wir bleiben könnten. Mittlerweile ist ein kräftiges Gewitter über uns losgegangen und es war zu gefährlich die morsche, rutschige Holzbrücke nochmals zu überqueren. Wir entschieden uns aus dem Schutzgebiet herauszufahren und lehnten somit das Angebot von Sergej ab, denn wir hatten bei der Hinfahrt bereits ein Standplatz für die Nacht gefunden, dass ausserhalb des Reservates und vor der Brücke lag.
Kurze Zeit später sind wir dann endlich bei dem besagten Platz angekommen. Wir wollten so weit wie möglich weg vom Wald und so nah wie möglich zum Wasser hin – der Mücken wegen. So brauchten wir einige Zeit und einige Überlegungen bis wir die Fahrzeuge richtig positioniert hatten. Standen wir doch mitten auf einem Sandstreifen, den es am nächsten Morgen galt, sicher und ohne Schaufelübung zu durchqueren.
Übrigens, der Strand war wirklich schön. Ja – und „Müggli häts au gha!!
Nach Pasta mit Narunas’s Spezialsauce sind wir dann leicht erschöpft in unsere Schlafsäcke gekrochen. 

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011


9. Tag    Huummovaara – Kitee – Niirala – finnisch-russische Grenze – Lyaskelya - Uuksu

Am Vorabend  haben wir uns nochmals den Papieren gewidmet die wir an der Grenze richtig ausgefüllt vorzeigen mussten. Einige Unsicherheiten bestanden noch als wir uns zu Bett legten. Die Nacht war wie bis jetzt immer sehr ruhig und nicht zu kühl.
Nach einer warmen Dusche, dem Frühstück und alles fein säuberlich verstaut machten wir uns auf den Weg zur Grenze.
Nach einer kurzen Strecke kamen auch schon die ersten Anzeichen von Warteräumen, Gitter und  Stacheldraht in Sicht. Ein erster Check unserer Pässe, kurzes Warten und weiterfahrt zum nächsten Warteraum – aber bereits mit Blick auf die Zollstation. Nach erneutem kurzen warten, waren wir an der Reihe. Die ganze Prozedur verlief sehr ruhig und geordnet ab. Als Erstes die Pass und Visakontrolle, dann die Fahrzeugpapiere respektive die Fahrzeugversicherung und schliesslich noch die Einfuhrkontrolle. Im Zollhaus drinnen mussten wir dann die vorher erstellte Zolldeklaration nochmals in 2-facher Ausführung in einem ausschliesslich in russischer Sprache abgefasstem A4-Formular neu ausfüllen. Das in Russisch und Englisch abgefasste A5-Formular, das wir vorgängig erhalten haben, war nicht gültig. Zum Schluss haben die Grenzbeamten noch die Fahrzeuge untersucht. Nach dem zeigen des Motorraumes, weiteren 3-4 Kisten im innern des Autos und natürlich auch das seltsame Ding das ich hinter mir herzog. Es war mehr „Gwunder“ als eine wirkliche Kontrolle. Nach einer kurze, fragende Geste zum Grenzbeamten und einem ebenso kurzen, prägnanten „Ok“, konnten wir passieren. Nach ca. 300Meter nochmals ein Check der Papiere und einem schnellen Blick in den Anhänger waren wir nach insgesamt ca. 75 Minuten durch.
Gleich nach der Grenze habe ich meine Dieselreserven aufgefüllt, für sage und schreibe ca. 70 Rappen der Liter – bei diesen Preisen können wir noch lange in Russland herumkurven. Herumkurven, ist der richtige Ausdruck für die folgende Strecke südwärts dem Ladogasee (Ausdehnung 400 x 300 Kilometer – der grösste Süsswassersee in Europa) entlang. Nicht weil die Strassen so kurvig sind, das auch aber weil den vielen Schlaglöchern ausgewichen werden muss. Teilweise sind die Strassen, oder besser gesagt die Karrwege in einem erbärmlichen Zustand, obwohl sie Hauptverkehrswege entlang dem See sind. Nach vielen anstrengenden Kilometern kamen wir auf die Idee nächstens nach einem Schlafplatz für uns zu suchen. Nach einem Abstecher rechts zum See hin, sind wir an einem Fischerhafen gelandet der auch sehr viel versprechend und einladend für die Nacht aussah. Gerade ist ein Fischerboot angelandet und wir können uns nach den Möglichkeiten erkundigen. „я ничего в этом не понимаю“ . Ebenfalls Schulternzucken auf unserer Seite. Da schien der Mann eine Idee zu haben und ging zur nahe gelegenen Werkstatt. Ein Minute später kann ein anderer Mann auf einem Quad dahergedüst. Auf gut Englisch hat uns der Mann „Aleksej“ gesagt, dass wir hier selbstverständlich nächtigen können und Gunnar auf dem Sozius sogleich einen schönen Stellplatz gezeigt. Rasch unsere Schlafstadt aufgestellt und das Nachtessen zubereitet, sind wir dann der Einladung zu Aleksej gefolgt, ihn in seinem Haus nach dem Nachtessen auf einen „Schluck“ zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit konnten wir die russische Gastfreundschaft am eigenen Leib erfahren. Aus einem „Schluck“ wurde eine Wurst und Käseplatte mit einem „Schluck“ dazu, anschliessend eine herrliche Pilzsuppe, einem weiteren „Schluck“,  getrocknetem Fisch und Bier, dann wieder Käse und Wurst und kandierte Früchte , und einen „Schluck“, ...., bis am Morgen um drei. Sattgegessen und immer noch durstig (nach Tee und Coci) sind wir dann in unser Heia gekrochen. Guten Nacht Gunnar, gute Nacht Naruna, gute Nacht Adrian, guten Nacht John-Boy - nein, der war nicht dabei.......         

Dienstag, 14. Juni 2011

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011

8. Tag    Puumala  -  Lohilahti - Savonlinna - Savonranta - Huummovaara

Nach einer ruhigen und warmen Nachht, sind wir zeitig von dem sehr angenehmen Campingplatz weggekommen. Aan diesem Tag wollten wir die finnische Seenplatte erkunden. In der Karte waren zwei sehr interessante Routen eingezeichnet. Sie führen vorbei an Seen, Seen, Wälder und Seen. Ab und zu wir auch heute wieder die Eine oder Andere Fähre für einen kleinen „Hopser“ benutzt. Meist sind es nur kurze Fahrten,  bei denen es sich nicht lohnt auszusteigen. Auf der Strecke haben wir dann Savonlinna besucht. Bis jetzt eigeentlich der erste und einzige Ort der richtig touristisch ist. Das ist ein Markt mit Souvenirs, Sttrassenkaffees, Bootsfahrten auf dem See (mit Trachtengruppe und Volkstänzen als Unterhaltung), sogar Rundflüge mit dem Wasserflugzeug werden angeboten. Für mich alles etwas zuviel des Guten.
Da wir am nächsten Tag den Grenzübertritt nach Russland geplant haben, wollten wir recht früh am nächsten Übernachtungsort sein.  

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011


7. Tag    Puumala 

Ruhetag in Puumala.
Morges wieder einmal richtig ausschlafen und den ganzen Tag die Seele baumeln lassen. Ich habe den grössten Teil des Tages mit, wie es die Überschrift sagt, mit Ruhe verbracht, zwischendurch etwas Innternet, „Haushalt“, Auf- und Umräumen.
Naruna und Gunnar gönnten sich eine kleine Kayaktour auf dem, wie sie sagten noch sehr kühlen See. 

Dienstag, 7. Juni 2011

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011

6. Tag    Urjalankülä  -  Hämeenlinna  -  Sysmä  -  Hartola  -  Mikkeli  -  Mikkeli  -  Puumala

Und wieder hat es mich recht zeitig von den Fanellos gezogen. Ein prächtiger Morgen. Warm (Tischiwetter), wolkenloser Himmel. Eine gepflegte Morgentoilette, kleines Frühstück, Zusammenpacken, bezahlen – und weiter ging’s Richtung Osten.
Auf der Karte haben wir herausgefunden, dass besonders reizvolle Routen speziell gekennzeichnet sind. Ebensolche wollen wir befahren, liegen sie ja gerade auf unserer Strecke. Unterwegs ist Naruna sogar noch zu ihrer Pizza gekommen, wovon sie schon sooo lange geträumt hatte. Bei der gleichen Gelegenheit haben wir auch noch unser Einkäufe getätigt. Es soll heute Abend Salat, Wildfleisch (die Deklaration auf der Schale ist nicht genau auszumachen) mit Beilage geben.
Ab etwas der Mitte der heutigen Strecke hat sich das Landschaftsbild merklich geändert. Vorherrschend sind nun höher gewachsene Kiefern die eigentlich alles bedecken was nicht Wasser ist. Hier wird vornehmlich Forstwirtschaft betrieben. Wir sind nun inmitten der finnischen Seenplatte angekommen. Ein weiteres Merkmal dieser Gegend ist, wie der Name auch sagt, sind natürlich die unzähligen Seen. Einzigartig und eindrucksvoll dieses Wechselspiel zwischen Wälder und Seen – und dazu alles bei perfektem Wetter.
Nach dem Zweiten Anlauf ist es uns gelungen, wieder einen schönen Platz für die kommende Nacht zu finden. Nach einem Bad im See von unserer „hart gesottenen“ Frau, haben wir uns dem Nachtessen gewidmet. Dabei entpuppte sich das angebliche Wildfleisch in süsslich, vegetarischen Krautwickel. Was soll’s, schlecht waren die nicht, es geht auch ohne Fleisch.
Jetzt ist es Zeit, mir etwas Ruhe in liegender Position zu gönnen. Schnarch.....     

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011

5. Tag    Korpo  -  Taivassalo  -  Turku  -  Urjalankülä

Von der Sonne wachgeküsst, bin ich recht früh aufgestanden und habe mich dem morgendlichen Ritual „hingegeben“. Nach meiner Morgentoilette und einem kleinen Frühstück (Kafe-Latte mit Madleines) sind dann auch die beiden von ihrem „Hochparterre“ heruntergestiegen. Die nächste Fähre war für 12:15 angesagt, so konnten wir den Tag schön ruhig und gemächlich angehen. Aufbruch! Noch schnell den Campingplatz bezahlen (was mich doch ein wenig aus den Socken gehoben hat – 50Euro für alle – nicht schlecht!) und weiter ging’s mit der Fähre.
Da gab es feine Lachsbrötchen, Zuckerbrötchen und Kaffee zur wunderschönen Kulisse die an uns vorüber zog. Nach mehreren Überfahrten und Inselüberquerungen sind wir schliesslich vor Turku wieder auf dem Festland angekommen.
Ab jetzt geht es Richtung Nord-Nordost, Quer durch Südfinnland auf die russische Grenze zu.
Ie Landschaft ist geprägt durch grössere landwirtschaftlich genutzte Felder, kleinere Dörfer und Einzelhöfe. Durchzogen von Wälder aus Birken und Kiefern und nätürlich wie es sich für diese Gegend gehört auch Flüsse und Seen. Wobei nicht klar auszumachen ist, was Seen und was Flüsse sind. Nach mehreren Stopps, sind wir einen kleineren Campingplatz angefahren.
Der war recht hübsch, am Wasser gelegen, sauber und preiswert. Da haben wir uns schnell um eine Feuerstelle aufgestellt und unser Nachtlager vorbereitet. Recht praktisch, die überdachte Feuerstelle, wo das Nachtessen bei herrlicher Kulisse zubereitet werden konnte.
Salat, Brathärdöpfel, Tomatenrisotto, Fleischbällchen und dazu ein Glas Wein.

Spätabends haben wir uns natürlich noch den Sonnenuntergang angeschaut. Die Stimmung wurde allerdings etwas durch die Anwesenheit von stechenden Plaggeistern getrübt. Beim Zurückgehen zu unserem Lager, fragten wir uns, ob es denn auch richtig dunkel wird? Es wird !  - wenn man die Augen schliesst und schläft ! Mehr weiss ich nicht, ich habe bis am Morgen geschlafen – und es war schon wieder?, oder immer noch?, hell. 

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011

4. Tag    Helsinki – Rassepori  -  Länsi.Turunmaa  -  Inseln südlich Turku  -  Korpo

Etwas enttäuscht sind wir im Cargohafen von Helsinki und nicht wie von Gunnar gedacht in der Stadt selbst, angelandet.

Und los ging’s nun auf finnischem Boden. Bei schönstem Wetter und gefühlten 20°, machten wir uns auf den Weg nach der Stadt Helsinki. Schon nach kurzer Fahrt stellten wir unsere Fahrzeuge beim grossen, weissen Dom mitten in der Stadt ab. Am Hafen beim Markt haben wir etwas finnische Luft geschnuppert, die Einen und Anderen Früchte eingekauft. Naruna besorgte auch da ersten Souvenirs für die Daheimgebliebenen (Was, verrate ich hier nicht – ich unterstehe der Schweigepflicht).
Gunnar hatte so heiss, das wir aus der Stadt beinahe flüchten mussten – ihn zog’s hinaus in die Inselwelt südöstlich von der Hauptstadt respektive, südlich von Turku.
Nach einer Fahrt auf der Autobahn, vorbei an dem Ortsteil wo Gunnar seine frühe Schulzeit verbracht hatte, und einem Besuch des hübschen Städtchens wo er die Vorschulzeit verlebte, sind wir auch bald bei der ersten Fähre angekommen. Von nun an ging’s Schlag auf Schlag. Fahren über die Insel, auf die Fähre zum übersetzen auf die Nächste, Fahren, übersetzen, usw. Zwischendurch gab’s auch mal einen Kaffee, wenn’s der Fahrplan der Fähren zuliess. Nach ausgiebigem „Inselhopping“ sind wir auf der Insel angekommen, wo meine beiden Reisepartner vor einigen Jahren bereits einmal Station gemacht haben. Gunnar versprach einen sehr schönen Campingplatz mit sensationellem Ausblick auf den Sonnenuntergang ;-)
Der Ausblick mag wohl sehr eindrücklich auf dieser Insel sein, nicht so aber die Qualität des Campingplatzes – sehr romantischer Kiesplatz in Baustellenumgebung. Etwas gefangen auf der Insel, entschieden wir uns trotzdem auf dem Platz zu bleiben. Leider hat der Koch in der Beiz schon Feierabend gemacht, so gab es für die Einen nicht viel und für die Anderen gar nichts zu Essen. Diejenigen die etwas zu futtern bekamen, haben sich noch den Sonnenuntergang angeschaut, die Anderen hat’s gleich ins Bett gezogen. Trotz meiner immer noch anhaltenden leichten Störungen im Verdauungstrakt, habe ich die Stunden in meinem Hänger bis zum Morgen ausgiebig geniessen können.  

Samstag, 4. Juni 2011

Finnland–Russland-Baltikum–Polen 2011

1. Tag Schweiz - Würzburg


Es ist soweit. Der Start in ein neues Abenteuer. Nach der Arbeit ging’s schnurstracks nach hause wo mein Landy mit Anhänger bereits vollbetankt und vollbepackt, für die Abfahrt bereitstand. Die letzten Dinger die man sicher auch noch brauchen wird noch schnell eingepackt und schon ging’s los.
Mit Naruna und Gunnar habe ich mich im Raum Würzburg verabredet, wo ich einen Stellplatz für die Nacht gefunden hatte. Ich wollte nicht die volle Distanz nach Lübeck, knapp 1000km, in einem Schnurz durchfahren. So haben wir uns entschieden noch einen Zwischenstopp für die Nacht, beim Kanu Club in Würzburg, einzulegen. Bei der Fahrt hat alles wunderbar gepasst. So bin ich gegen halb elf bei dem Stellplatz angekommen, wo ich auch die Beiden angetroffen habe. Vor dem Schlafengehen haben wir noch ein Bierchen mit Pommes reingezogen um den ärgsten Hunger zu stillen. Bald darauf haben wir uns zur wohlverdienten Ruhe in unsere Kajüten verzogen.
Die Nacht war sehr ruhig und sehr angenehm. Um neun Uhr klopfte es an meinen Hänger ......... , dabei war ich noch immer in meinen Träumen mit meinem neuen Landy beschäftigt ;-) !


Finnland – Russland - Baltikum – Polen Frühling 2011 (1.6. – 25.6.2011)

Winterzeit bedeutet für die „Overlander“ auch gleichzeitig sich ausgiebig Gedanken über die nächsten Trips zu machen. Spanien, Griechenland, Türkei, Nordafrika, der Osten generell, wo soll’s den nun eigentlich hingehen. Bei so manchen Kafis bei der Arbeit mit Gunnar, hat sich herauskristallisiert, dass Finnland, Russland und das Baltikum, also die Umrundung der Ostsee, im Frühling ein Lohnendes Ziel sein könnte. Nach einigen Vorabklärungen haben wir uns entschlossen das Projekt in Angriff zu nehmen. Die Visas für Russland waren recht schnell besorgt, was für die Haftpflichtversicherung doch noch etwas mehr Geduld erforderte; schlussendlich aber doch noch nach über zwei Monaten Warten und Hoffen klappte. Die Buchung für die Überfahrt mit der Fähre nach Finnland hat Gunnar bereits im Februar erledigt. Somit sind alle Eckdaten und Fixpunkte des Trips beisammen. Wir, Naruna und Gunnar mit ihrem roten 130er und ich mit „Anhängsel“ werden uns ab dem 1.Juni für gute drei Wochen auf und um die Ostsee herumtreiben.

Am 1. Juni geht's los. Wir versuchen, wenn immer es möglich ist, den Blog mit aktuellen Berichten und Bildern "füttern". Über die zurückgelegten Routen und natürlich den aktuellen Positionen, kann sich der interessierte Leser unter dem folgenden Link informieren: Live Tracking.
Die Bilder des Trips werden nach und nach ins vorgesehene Web-Album Baltikum 2011 übertragen.

Die Kommunikation in den finnischen und vor Allem in den russischen Wäldern ist mit normalen Mitteln nicht einfach, wenn nicht gar unmöglich. Daher wird es sicher nicht immer möglich sein, täglich den Blog zu aktualisieren; also habt ein wenig Nachsicht mit mir

Mittwoch, 23. März 2011

Teilnehmer - Easter Shuffle 2011



Name: Anz. Pers: Fahrzeug: Kennzeichen: Bringt mit:
20+ 10
Adrian D90 / silber +Trailer ZH 172075
Bruno & Elisabeth Discovery schwarz SG 38987
Detlef D110/d'grau TG 49577
Flick's D130 / blau
Gunnar's Defender 130/rot ZG 64369
Julien's D110 /weiss AR 22690
Thomas Freelander / silber ZH 11245
Urs D110 / schwarz ....
Büeti Defender 110/schwarz ZH 224148
Diego & Fabienne Land Cruiser J12/weiss BE 678021

Sonntag, 9. Januar 2011

Easter Shuffle 2011 - 22.4.-25.4.2011

Die Saison beginnt bald - 
- der Frühling lässt sich bereits erahnen.

Auf vielseitigen Wunsch hin möchte ich bereits jetzt bekannt geben, dass auch dieses Jahr einige Teilnehmer von 2011, wieder das Osterwochenende am Po verbringen werden.


Wir fahren für die paar Tage, nein nicht an den Arsc.. der Welt sondern, an den Po in Italien. An einigen Stellen bietet dieser Fluss alles was das „Offroader / Overlander / Outdoor“ - Herz begehrt. An erster Stelle ist da zu erwähnen, dass an dem uns wohlbekannten Ort es möglich ist ohne gestört zu werden, unbekümmert frei zu campen. Dem Zubereiten der (gemeinsamen?!) Mahlzeiten über offenem Feuer kann endlich wieder einmal geföhnt werden. Einer Flussfahrt mit dem mitgebrachten Kanu, Kajak, Kanadier, oder was auch immer, steht überhaupt nichts im Wege und kann in der warmen Frühlingssonne genossen werden. Und jetzt aufgepasst – es ist problemlos möglich, unsere Fahrzeuge in der herrlichen Auenlandschaft artgerecht und ausgiebig zu bewegen.

Der letztjährige Event war ein voller Erfolg. Trotz einigen Regenfällen und daraus resultierenden kleineren Spätschäden ;-) war die Stimmung jederzeit bestens. Wie bereits erwähnt, erkundigen sich Teilnehmer, mit erwartungsvoller Vorfreude schon jetzt, ob es eine Wiederholung des Events geben wird.

Ja - der Easter Shuffle 2011 findet statt - 
- Wer kommt auch noch mit ?


Datum:
Ostern 2011 / 22.4.-25.4.2011

Ort:
Italien / Po / in der Grenzregion Lombardei – Piemont / zwischen Alessandria und Tortona - die genaue Ortsangabe wird bei definitiver Anmeldung bekannt gegeben (wir möchten den Platz vor dem „Massentourismus“ schützen). KEIN Hotel, KEIN Campingplatz – ALLES Outdoor !

Anfahrt / Rückfahrt:
Individuell / nach Absprache. Von Zürich via St.Gotthard, Varese, Novara nach Alessandria in ca. 5 ½ Stunden zu erreichen.

Versorgung:
Problemlos in den diversen umliegenden Dörfern. Auch am Ostersonntag (Morgen).

Kosten:
Spenden / Sponsoring jederzeit willkommen – siehe Essen / Trinken.

Essen / Getränke:
Individuell / nach Absprache. Vielleicht findet sich ein kleiner Paul Bocuse oder Jamie Oliver der seine Kochkunst noch etwas verfeinern möchte. Bitte zwecks Planung anmelden.


Aktivitäten:
Individuell / nach Absprache. Es bietet sich die Gelegenheit für ausgiebige Tests von bekannten und unbekannten Produkten bzw. deren Präsentation. Auch hier gilt, wer sich als Guide oder Animateur versuchen möchte, bitte zwecks Planung anmelden.

Anmeldung / Organisation:
A.& T. Hüsler - ad_at_hueslers_dot_ch / th_at_hueslers_dot_ch
Oder hier im Blog als Kommentar/Comment.

Download Flyer:
0411_ES_02.pdf

Samstag, 18. Dezember 2010

Weihnachtsgrüsse und beste Wünsche zum Jahreswechsel

Wenn das Jahr sich bald vollendet
Man an alle Grüße sendet
Denen man recht eng verbunden
Damit möchte man bekunden
Auch, wenn man sich lang nicht sah
Sind sie einem trotzdem nah



Wir wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Thomas & Adrian


Samstag, 11. September 2010

Ísland 2010 – 2.-5. 9.2010

15./16./17./18. Tag    Sejdisfördur – MS Norröna – Färöer Inseln - MS Norröna – Esbjerg – Hamburg – Lörrach – Fehraltorf

Der Tag begann, wie der vorangegangene Abend geendet hat. Das Wetter war prächtig. Viele der Passagiere sonnten sich auf Deck. Der Seegang war eigentlich gar nicht spürbar. Ich setzte mich ebenfalls auf einen Liegestuhl und liess mich von meinen Gedanken an den vergangenen Trip treiben. Liess in Gedanken all die wunderbaren Gegenden nochmals an mir vorüberziehen. Zur Mittagszeit erreichten wir dann für einen Zwischenstopp die Färöer Inseln. Die Färöer Inseln und kein Regen? Ja, das gibt’s. Die Einfahrt in die Inselgruppe war beeindruckend. Blauer Himmel, grüne Berge, und an den Hängen und über das Meer zogen die weissen Nebelschwaden vorbei.



Bald war es aber leider mit den reizvollen Anblicken vorbei. Der Nebel wurde dichter und dichter, bis schliesslich die Fähre komplett in den Nebel eingehüllt war. Das Schiff bahnte sich den Weg Richtung Torshavn mit minütlichem Hornen durch die Nebelsuppe. Die Ankunft in der Haupstadt der Färöer bemerkten wir erst, als die Fähre das Wendemanöver im Hafen einleitete. Die Anlegestelle kam erst im letzten Moment in Sicht. Und dann, wieder das uns bekannte Prozedere. Klappe auf und los ging's mit dem Entladen der Fahrzeuge und Waren. Es gab Zeit für einen fünfstündigen Landgang. Wir zogen es vor, an Bord zu bleiben. Die Einen immer noch schlafend in der Kabine und die Anderen unserer Reisegruppe plauderten fast die ganze Zeit mit Passagieren die wir schon auf Island getroffen haben. Der von den Pisten geplagte und hungrige englische Motorradfahrer dem wir den Rest unseres Abendessens überlassen hatten, lud mich für ein Bier auf dem Sonnendeck ein. Die sehr angenehme Unterhaltung verkürzte uns beiden auf eine sehr unterhaltsame Weise, die Wartezeit im Hafen.
Nachdem alle Container, Fahrzeuge, und Passagiere wieder auf der Fähre verstaut worden sind, legte die Norröna pünktlich mit dem Ziel Esbjerg in Dänemark, ab. Für uns gab's noch das Abendessen und anschliessend noch ein Drink auf Deck, bevor wir für eine weitere ruhige Nacht unsere Kabine aufsuchten.
Der nächste Tag bestand primär aus Nichtstun. Eigentlich passt die Beschreibung des dritten Tages unserer Reise, perfekt auf den vergangenen Tag, inklusive dem Highlight. Es wurden ebenfalls die Shetland Inseln passiert. Wetter / Seegang an diesem Tag: alles perfekt!


Für den nächsten Tag war ein frühes Aufstehen geplant. Die Kabinen mussten um sechs Uhr früh bereits geräumt sein. Nach dem "sehr netten" Weckruf um fünf Uhr früh verliessen auch wir, nach dem üblichen Morgenritual, pünktlich mit Sack und Pack unsere Kabine. Da alle zur gleichen Zeit aufgestanden sind und nun die noch zwei Stunden irgendwie "verplempern" mussten, wollten natürlich auch gleich alle zum Frühstück. Dank dem, dass wir unsere Kabine sogar noch wenige Minuten vor sechs Uhr freigegeben haben, hatten wir nur einen kleinen Stau am Buffet zu bewältigen. Anschliessend sind wir aufs Sonnendeck gegangen, um uns die Zeit wenigstens bei Sonnenschein und frischer Luft, tot schlagen zu können. Der Hafen von Esbjerg schon in Sicht, verlangsamte die Fähre Fahrt. Zum Stillstand gekommen, wurden wir informiert, dass es aus technischen Gründen, zu einer kleinen Verzögerung der Ankunft geben würde. Bald darauf nahm die Norröna wieder Fahrt auf. Aber nicht wie wir gehofft haben in Richtung Hafen zu fahren, sondern für vier oder fünf endlosen Schleifen in der Nähe der Hafeneinfahrt. Die ganze "Kurverei" dauerte mehr als zweieinhalb Stunden. Endlich kam die Durchsage, dass wir nun doch in circa in eineinhalb Stunden in Esbjerg an Land gehen könnten. Noch "kurz" zwei Runden gedreht und schon fuhr das Schiff in die Fahrrinne zum Hafen ein. Die Norröna nicht mehr fähig, selbständig im Hafen zu manövrieren respektive zu drehen, wurde sie durch einen Schlepper an die Anlegestelle "bugsiert". Nach einer vierstündigen Verspätung konnten wir die Fähre dann doch endlich recht flott und ohne Zollkontrolle verlassen und uns auf den Weg nach Hamburg machen.


Das Zeitmanagement wurde durch die Verspätung arg durcheinander gewirbelt. So hatten wir die Reserve bereits aufgebraucht, ja sogar schon etwas überzogen als wir die 330 Kilometer lange Anfahrt durch Dänemark nach Hamburg, unter die Räder nahmen. Dank dem wenigen Verkehr und nur einem kleinen Stau, sind wir sehr flott durch Dänemark durchgezogen. Waren auf der Höhe Nord-Ostsee-Kanal so gut in der Zeit, dass es reichen könnte, den Zug rechtzeitig zu Verlad zu erreichen. Es hat gereicht. zehn Minuten vor Verladebeginn standen wir am Tickethäuschen der DBautozug in Hamburg-Altona. Gewundert haben wir uns erneut über das Vorgehen beim Verlad unseres Gespanns. Eigentlich alle Beteiligten sehr bedacht auf das Einhalten einerseits der Vorschriften und andererseits mit dem Einhalten das auf der Sonderbewilligung  angegebenen Vorgehensweise, ging der Verlad problemlos, wenn auch mit ein paar "komischen" Bemerkungen, über die Bühne. Viel Rauch um Nichts! Keine Sonderbewilligung beim Verlademeister. Gemotzt, dass "meine" Sonderbewilligung nicht unterzeichnet war. Es wurde nichts nachgemessen. Der Hänger ist nicht, wie beim Hinweg, verzurrt worden. Wie schon gesagt – Viel Rauch um Nichts – und das, für je 20 Euro für die Sonderbewilligung. Respekt!
Nach immerhin pünktlicher Abfahrt in Hamburg, dann auch gleich die nächsten Highlights. "Liebe Fahrgäste ….. der Wagen 16 ist nicht funktionsfähig für die Passagiere und darum ist der Wagen 19 jetzt 16 und wir bitten die Fahrgäste von Wagen 16 in den Wagen 19 zu wechseln ….. zudem sind wir unterbesetzt, bemühen uns aber …… wegen Bauarbeiten im Raum Frankfurt wird dieser Zug mit einer voraussichtlichen Verspätung von einer Stunde ….." . Von dem ganzen Blabla und all den Entschuldigungen wird der Service nicht besser ! Auch das Rollmaterial lässt sehr zu wünschen übrig. Wir sind uns von den Pisten in Island ja einiges gewöhnt und abgehärtet, bei schlagenden Räder, Gerüttel und Geschüttel, schön unterlegt mit Gequietsche und metallischem Kreischen, graust mir bei dem Gedanke in diesem Zug den erholenden Schlaf zu finden. Da wird selbst die Überfahrt von den Färöern nach Island bei Windstärken über 20m/s, zum Kindergeburtstag. Ich zumindest habe dann doch ein wenig Schlaf gefunden, bin dann aber von erneuten, sehr wichtigen, Durchsagen geweckt worden. Es ging um Rückforderungsanträge die vom Zugspersonal noch nicht abgestempelt wurden, da noch nicht ganz klar war, ob dieser Zug unter, genau einer Stunde, oder 61 Minuten Verspätung haben wird. wieder Blabla und Entschuldigungen. Schlussendlich sind wir dann mit 59-minütiger Verspätung in Lörrach angekommen. Eine Entschädigung gab's deshalb nicht, was wiederum eine Entschuldigung nach sich zog. Unrasiert, müde, hiess es jetzt: abladen, aufsitzen und los, heimwärts !
Nach einer ereignislosen, gut einstündigen Fahrt, konnten wir den Schlüssel an unserer Wohnungstüre drehen – DAHEIM!



Freitag, 3. September 2010

Ísland 2010 –1.9.2010

14. Tag    Eglisstadir – 931 – Melar – 910 – Laugarfell – F910 – Brú – 923 – 924 – Eglisstadir – 93 – Sejdisfördur – Norröna

So, der letzte Tag auf Island  ist angebrochen. Island verabschiedet uns mit einem prächtigen Morgen.
So geniessen wir noch etwas das heimelige Zimmer mit super schöner Aussicht, selbst von der Dusche aus. Langsam bewegten wir uns zum Frühstückstisch, wo wir auch wieder die Aussicht auf den See und die dahinter liegenden Berge und Gletscher nebst dem Kaffee, und der festen Nahrung, geniessen.
Bei diesem Wetter versuchen wir noch eine kleine Tour ins Umland von Eglisstadir zu machen. Einmal das Tal hinauf, über den Bergrücken zum Laugarfell und anschliessend das nebenan liegende Tal (da wo die Rehntiere sind) wieder hinunter nach Eglisstadir.
Wir fuhren anfangs durch den Talgrund mit dem langen See und erstaunlich vielen Bäumen. Was die Bäume betrifft, hat diese Region (wie andere übrigens auch) erstaunliche Fortschritte gemacht. Überall wird versucht Wald anzupflanzen und wie es scheint mit Erfolg.
Der Weg ging schliesslich in eine unbefestigte, aber nicht weniger gut ausgebaute Passstrasse über. Der Grund dafür ist, dass die Strasse für den Bau der zahlreichen Staudämme benutzt wurde. 
Zum letzten mal noch eine Piste fahren. Wenn sich dazu noch die Gelegenheit bietet die eine oder andere Flussdurchfahrt zwecks „Poserfotos“ zu machen, währe für heute auch dieses Ziel erreicht. Um es vorweg zu nehmen, es klappte alles. Die Piste gab nochmals alles her was wir wollten und das bei schönstem Sonnenschein.
Nach der Hochebene ging’s wieder in das Tal hinunter das uns einen grandiosen Anblick bot. Weiter talabwärt bemerkten wir, dass wir in der Gegend sind wo die viel besagten Rehntiere Islands sich aufhalten. Gesehen haben wir aber keine. Nur Geweihe hingen an den Häusern. Noch ein Stück weiter in diesem Tal  sahen wir, wie die bereits zusammen getriebenen Schafe aussortiert wurden um sie nach dem Sommer den Eigentümern zuzuführen. Ja, es ist auch in Island Herbst geworden. Der Zusammentrieb der Schafe und Pferden ist ein untrügliches Zeichen dafür.
Auf der Ringstrasse sind wir dann wieder in Eglisstadir angekommen. Bei der Tankstelle an der Kreuzung nach Sejdisfjördur haben wir uns, bei immer noch bei schönstem Sommerwetter, verköstigt und noch die versprochenen Ansichtskarten geschrieben. Zeit hatten wir dazu mehr als genug, so konnten wir uns der nur mit T-shirts der wohligen Wärme in der Gartenwirtschaft, nein besser gesagt in der „Tankstelleneinfahrt-Wirtschaft“, hingeben. Die angenehme Angewohnheit der Isländer, für die Getränke meistens ein kostenloses „Refill“ gewähren, haben wir „mit vollen Zügen“ ausgekostet. Der Zustrom von aufgemotzten Fahrzeugen auf die Strasse in Richtung Fähre wurde immer stärker. Damit war es nun auch für uns an der Zeit, den letzten Hügelzug zu nehmen. Bei der Fahrt zur Anlegestelle der Fähre haben wir uns viel Zeit genommen und sogar noch einen schönen „Foss“, einer der X Wasserfällen, uns anzuschauen. Als wir den kleinen Pass hinunterrollten sahen wir schon die Fähre im Nebel, der den Fjord hinauf kroch.



Anschliessend bewegte sich alles in gewohnten Bahnen. Zuerst musste das Ticket-Häuschen passiert werden um sich danach in die vom Personal vorgegebene Reihe zu stellen. Die Einfahrt zur Fähre immer im Blickfeld hiess es aber noch – Warten. Die Warterei bot Gelegenheit sich mit anderen Islandfahrern zu unterhalten. Dass dabei viel „Offroader-Garn“ gesponnen wird ist ja klar – aber irgendwie immer wieder schön und dient vorzüglich die Todzeit zu überbrücken. Plötzlich ging’s los und ich konnte in die Fähre hinein Fahren. Kurze Zeit später legte die Norröna Richtung Färöer Inseln ab. Die See schien ruhig zu sein und so konnten wir uns am Dinner-Buffet den Bauch voll schlagen. Es ist angenehm zu wissen (glauben/hoffen) dass das Essen den Weg zum Magen nur einmal und in einer Richtung  passiert. Der Wellengang wahr während dem Essen und auch als wir uns ins Bett legten, sehr moderat. Ruhig und völlig entspannt haben wir die Bettruhe in dieser Nacht genossen und ein Teil von uns, am folgenden Morgen auch ausgekostet.

Ísland 2010 – 31.8.2010

13. Tag    Mödrudalur – Bustarfell – Vopnafjördur – Fossvellir – Eglisstadir

So spät wie an diesem Tag, sich wir noch in diesen Ferien aus den Federn gekommen. Der letzte Tag hatte uns wohl etwas zugesetzt. Wir haben uns nochmals ins Restaurant gesetzt und einen Kaffe respektive eine „Swissmiss“ zum Frühstück genommen. Dank dem üblichen „Refill is free!“ in Island, gab’s noch einen zweiten Kaffee. Dabei haben wir die Etappe für den Tag besprochen. Die soll etwas einfacher und kürzer als die Gestrige sein.
Die Strasse führte uns zunächst bis zur Abzweigung auf die 85 Richtung Vopnafjörður. Auf dem Weg zum Fischerstädtchen im Nordosten der Insel, sind wir an einem Wegweiser und einer Werbetafel zu einer Sehenswürdigkeit vorbei gefahren. Nur kurz war der Wegweiser im Blickfeld, versprach aber ein historisches Gehöft zu zeigen und so uns die Möglichkeit geben noch etwas von der isländischer Kultur zu erfahren. Wir waren sehr gut in der Zeit, so drehten wir um. Nach kurzer Strecke weiter in das Tal hinein, erkannten wir den alten Hof. Und schon kam uns eine Frau entgegen und fragte, ob wir uns das Museum ansehen wollen. Als einzige „Schaulustige“ stand für uns die Museumsführerin exklusiv zur Verfügung. Dieses Angebot nahmen wir wahr und genossen die Führung durch den liebevoll und vollständig ausgestatteten Hof.
Auf all unser Fragen hatte die Frau eine kompetente Antwort. Die Führerin stammt selbst aus der Gegend und kennt daher alle Gegebenheiten bestens. Nach der ausführlichen Besichtigung, genossen wir noch einen Kaffee mit Kuchen im daneben stehenden kleinen Restaurant, das ebenfalls zum Museum gehört und von einer Trägerschaft von den Bäuerinnen der umliegenden Höfen geführt wird. Ein sehr interessantes Konzept um ein Museum zu betreiben.
Dem Staat gehört der historische Hof, ebenfalls vom Staat wird ein Teil des Unterhalts bezahlt und gibt den Leuten aus der Gegend die Möglichkeit Arbeiten am Objekt zu leisten und mit dem Museumsbetrieb zusätzliches Einkommen zu schaffen. Ein Konzept das aufzugehen scheint. Wir wurden jedenfalls, sehr freundlich und sehr kompetent über das Leben in Island vom 17Jh. bis zur Gegenwart informiert. Bustarfell – ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert.
Bereits war es wieder Zeit sich langsam um einen Übernachtungsplatz zu kümmern. Auf dem Weg nach Eglisstaðir sind wir an keinem Campingplatz vorbeigekommen, auf dem wir die Nacht verbringen mochten, zudem begann es zu Nieseln. Ein Campingplatz ohne Gemeinschaftsraum wo auch noch gekocht werden kann, macht nicht wirklich Spass. Wenige Meter neben der Hauptkreuzung im Städtchen, fanden wir ein kleines schmuckes, am See gelegenes Guesthouse mit einem freien Zimmer. Kurz darauf bezogen wir das Zimmer und legten uns nach einem Blick ins Internet und dem Hochladen der Fotos, zur Ruhe. Das Nachtessen: Gang zum Subway: 2 Subway Club und 2 Coke.   

Ísland 2010 – 30.8.2010

12. Tag    Reykjahlid – Laxárbakki – Svartákort – Sudurárbotnar – Dyngjufjalladalur – F910 – Askja- F88 - Mödrudalur

Eine ruhige Nacht haben wir verbracht am Mývaten, trotz der vielen Mücken; die gehen abends in Island anscheinend auch schlafen.
Die Gegend um den Vulkan Askja, haben wir uns als Ziel unser heutigen Ausflug ausgedacht. Das Wetter versprach besser zu werden und so nahen wir die Route recht früh am Morgen „in Angriff“. Anfänglich um den See herum, war die Strecke dank geteertem Untergrund, wie nicht anders erwartet, sehr gut zu befahren. Auch die „Abkürzung“ über die Mývatnsheiði, der Heide beim Mückensee war spassig zu durchfahren. Kurz nach Ende der offiziell noch als Strasse geltendem Weg in Richtung Askja, änderte sich das aber schlagartig. Die Strasse wurde gröber und gröber. Immer einem kleinen Bach nach, der sich durch die Landschaft schlängelt. Der Weg, sich langsam in „zwei Furchen entlang dem Bach“ veränderte, folgten wir beharrlich. Nach einigen langsamen und mühsamen Kilometern (ca. 25km) sind wir bei einer Schutzhütte angelangt.
Nach kurzer Rast und Studium des Kartenmaterials für den weiteren Streckenverlauf beschlossen wir, dem Weg weiter zu folgen. Es schien uns eine nicht einfache Strecke zu werden, wagten aber den Versuch. Gleich nach der Hütte war der Weg fast nicht mehr sichtbar, da er durch ein Lavafeld führte und Spuren von Vorgängern dadurch nur sehr schwierig zu finden waren. So versuchte ich teilweise den Weg zu Fuss zu erkunden. Bald merkten wir, dass der ungefähre Weg durch Steinmännchen gekennzeichnet ist und wir nur Diesen folgen mussten. Da wir grösstenteils über längere Strecken nur mit Schritttempo unterwegs waren, gelang es den richtigen Weg zu finden. Für die gröbste Strecke, ca. 20km, benötigten wir zwei Stunden. Für die Mühe sind wir aber mit grossartigen Ausblicken auf die Umgebung der Askja belohnt worden. Das Wechselspiel zwischen Bachlandschaften eingebettet in üppigsten Grün, Lavafeldern in ihren bizarrsten, schroffensten Ausprägungen und trockenster schwarzer Sandwüste, ist wirklich faszinierend und beeindruckend - Nicht von dieser Welt. Nach dem Durchqueren der 25km langen Sandwüste haben wir dann endlich die Abzweigung zur Askja erreicht.
Wieder auf einer offizieller F-Strasse (F910), kamen wir dann auch wieder zügiger voran. Ja, mit der Zeit habe ich mich etwas verschätzt. Hatten wir doch für die hinter uns liegende Strecke das Dreifache der vorgesehenen Zeit benötigt. Das hinderte uns aber nicht, noch die kurze Strecke bis hinauf auf die Askja unter die Räder zu nehmen. Für ein Bad im warmen Vulkansee hat die Zeit aber nicht gereicht. Ein Fussmarsch von über einer Stunde wäre dafür aufzuwenden; das warme Bad dabei nicht eingerechnet. Aber zum Sammeln von „schönen, schwarzen“ Lavabrocken, haben wir uns die Zeit genommen. Der Rückweg war um einiges einfacher, aber dennoch hundert Kilometer weit bis zur Hauptstrasse. Einige der Passagen waren wie Surfen, der Hinterteil des Landys immer schön an Driften - Nur fliegen ist schöner!
Auf der Ringstrasse angekommen, sind wir nach kurzem Suchen nach einem Campingplatz, in einem kleinen, hübschem Dörfchen fündig geworden. Wir gönnten uns nach dem langen und anstrengenden Tag ein Nachtessen aus fremder Küche. Es gab eine sehr feine Siedfleischsuppe mit Lammfleisch dazu gesalzene Butter und Brot. Nach einem Tee und einer „Swissmiss“ (warme Schoggimilch), und dem Check unserer Mailboxen, ging’s dann in die warme „Heia“.  

Ísland 2010 – 29.8.2010

11. Tag    Akureyri - Reykjalidh

Den Vorabend haben wir in einem Gemeinschaftsraum verbracht, der zu einem Pfadfinderheim gehört und von allen Gästen des Campingplatzes genutzt werden können. Ebenfalls genutzt werden kann die Küche des Hauses, die sogar eine Abwaschmaschine hat. So mussten wir nach dem Essen uns nicht einmal um den Abwasch kümmern.
Der Morgen war etwas kühl, windig und es nieselte schwach. Die Badetücher wurden geradeso trocken. Wir packten unsere sieben Sachen und machten uns etwas planlos von der Wiese. In der Stadt, übrigens die zweitgrösste in Island, ergänzten wir unsere Lebensmittelvorräte für den kommenden Tag. Auch musste mal wieder die Dieseltanks gefüllt werden und zum Schluss gab’s dann schliesslich noch ein feines getoastetes Sandwich von Subway. Weil’s Sonntag war, hätten wir noch ein Drittes gratis dazubekommen. Das mochten wir dann aber nicht weil wir unsere Bäuche schon genügend vollgeschlagen hatten.
Wir fuhren anschliessend auf der 1, der Ringstrasse zum Mývatn, dem „Mückensee“.
Und tatsächlich, Mücken hatte es dort, in aber noch annehmbaren Mengen. So blieben wir an einem sehr schön angelegten Campingplatz um uns für einen weiteren Trip ins Hochland vorzubereiten. Zur Vorbereitung, speziell an diesem Ort, gehört natürlich auch ein Bad in einer heissen Quelle. Etwas ausserhalb der Ortschaft befindet sich das Bad, in dem man es sich bei 30-41°C warmen Wasser, ausgiebig gut gehen lassen kann. Wahrlich eine Wohltat.
Nach zweistündigem Einweichen, sind wir noch zu den Sulfatarenfelder gefahren, die sich gleich hinter dem nächsten Hügel befinden. Einen Hügelzug weiter haben wir noch ein Gebiet mit zig heissen Quellen besucht, welche zur Stromgewinnung dienen und heisses (aber stinkiges) Wasser für das nahe gelegene Städtchen liefert.
Zurück auf dem Campingplatz, gab’s noch ein Nachtessen das wir glücklicherweise gerade noch bei Tageslicht zubereiten konnten. Es gab wohl eine Gemeinschaftsraum respektive Zelt, aber leider kein Licht. Den Tee mussten wir bereits im Dunkeln zubereiten und der Abwasch ebenso. Nachtessen: Spargelrisotto mit Tomatensalat. Für die Nacht: wie bisher immer, einen warmen Schlafsack, ein weiches Kissen in einem warmen Trailer.  

Montag, 30. August 2010

Ísland 2010 – 28.8.2010

10. Tag    Reykir – Anstadir – Giljar – F752 – Laugafell – G821 – Hólar – 821 - Akureyri

Die Nacht war sehr ruhig dafür aber mit wenig Regen und Neuschnee an den Bergen bis auf ca. 900m hinunter. Als ich aus dem Trailer heraus gekrochen bin lachte mir die Sonne ins Gesicht. Für den schönen Tag haben wir uns vorgenommen das Sommerwetter zu nutzen und nochmals in das Hochland vorzustossen. Die heutige Route verläuft zuerst im wunderbar grünen leicht ansteigenden Flusstal Vesturárdalur.
Dann plötzlich steigt der Track steil bergan. Innert kürzester Zeit befinden wir uns auf 600m. Auch die Umgebung hat sich komplett verändert. Waren wir im Talgrund in einer fjordänlichen Landschaft, sind wir nun auf einer Hochebene die von dunkelbrauner bis schwarzen Vulkanasche und dazwischen ebenso farbigen Steinen in allen Grössen bedeckt ist. Wirklich faszinierend diese Unterschiede. Die Hochebene erstreckt sich über tausende von Quadratkilometer. Alles braun und schwarz mit einigen tiefblauen Seen und teils grossen Bächen. Mittlerweile sind wir dann nach ca. 50km in Laugafell angekommen. Dort gab’s etwas zu futtern. Für ein Bad im Hot Pot hat der Wind zu stark geblasen. Es war empfindlich kalt, gefühlt 0°, effektiv 8°. Kurz noch die wärmende Sonne im Windschatten der neu erbauten Hütte genossen und weiter ging’s. Zunächst wieder für 1 ½ Stunden mit durchschnittlich 15km/h über die schlecht zu befahrene Hochlandpiste, die sich abrupt in ein sich neu auftuendes Tal hinunterschlängelt. Wir fahren im Schritttempo die steile „Schutthalde“ hinunter. Oder fast besser ausgedrückt, es sieht aus wie wir uns in einem Bergwerk verirrt hätten. Überall liegen mannshohe Steinbrocken herum und da zwischendurch haben die die Strasse gelegt. Fehlt nur, dass uns ein gelber Riesentruck entgegenkommt.
Langsam wird der Weg wieder etwas besser zu befahren und wir fahren den Bach entlang bis zum Talgrund. Wir wundern uns immerzu wie klar das Wasser in dem Bach ist und wie wunderbar blau es ist. Das satte Grün der Moose die die Steine überzieht hat seinen besonderen Reiz. Alles in dieser Kombination ist glaube ich nur auf Island zu sehen. Weitere 50km weiter finden wir dann schliesslich in Akureyri einen Campingplatz, auf dem wir noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages geniessen können.

Samstag, 28. August 2010

Ísland 2010 – 26.8.2010

8. Tag Holaskjol – F208 – Landmannalaugar – F208 – 26 – Sandafell/Stöng – Háifos – Gulfoss – Geysir

Nach der ruhigen Nacht in mitten von kleinen Bergen mit dem Gemüserisotto im Bauch, ging es wie die Tage zuvor nicht allzu früh aus den Federn. Wir machten uns in der wärmenden Sonne daran unser Zeugs einzupacken und uns auf den Weg zu machen. Wir waren die letzten, die Wandertruppe mit der wir den Abend zuvor gespeist hatten, waren schon „drauf und dran“ los zu marschieren. Unser Weg führte uns auch heute Richtung Norden. Über die holpernde Piste wie ein paar Tage zuvor ging es Richtung Landmannalaugar, aber ohne den stopp für das Bad, wir fuhren bei der Verzweigung dann aber daran vorbei und stachen ins „richtige“ Hochland.

Leider wurde aber auch hier die Strecke nicht wesentlich besser, begonnen hatte sie eigentlich recht malerisch. Zuerst windete sich die Strasse durch einige Lavafelder eine handvoll Furten, teils sogar mit Sandgrund hinauf auf die erste Ebene. Auf der Ebene angekommen wechselte die Strecke zu Kirsche bis Apfelgrossen Steinen. Die Richtung war nach einigen Kilometern eigentlich auch klar, es ging immer den Starkstromleitungen nach, wie schön. Etliche Wellblechtiefen und Schlägen weiter hatte sich die Strecke nicht wirklich verbessert, die 20km lange Strecke benötigte am Schluss bei unserer nicht wirklich enorm Materialschonenden Fahrt 2 Stunden. Hauptstrasse, endlich, sie ist in Sicht, wenn auch nur auf der Karte. Zu früh gefreut, auch die ist in erbärmlichem Zustand. Eigentlich schön anzusehen, jedoch auch hier mit Wellblech übersäht, die Geschwindigkeit hat sich auf diesem Teil nicht wesentlich gesteigert. Nach ein paar Kurven ging es dann auch endlich wieder runter von der Hauptstrasse 26. Endlich ? Ach was, wir haben es schon wieder hingekriegt, auch dieser Abstecher ist in grandios schlechtem Zustand. Zu allem kommt noch dazu, dass hier zum Teil steile Stücke auf und ab-gefahren werden müssen. Teils mit Tiefschotter und Verschränkungspassagen. Der Landy hat ganz schön zu Husten, da es auch im 1ten Gang und der Untersetzung recht steil ist. Auf diesem Stück begegneten wir auch noch einer Truppe Reiter. Vorneweg ist eine ganze Schar von Tieren unberitten unterwegs, wir vermuten dass die Tiere so überführt werden. Am Anfang ist die ganze Sache recht schön anzusehen, mit der Zeit wurde es ziemlich anstrengend. Da der Landy im Standgas und Reduktion ein kleines Stück schneller war als die Pferde, wurde die Sache dann an einer Furt ziemlich schnell klar. Schnell durch und Vollgas davon - geklappt. Wir sind wieder vornweg und können unsere eigenes Tempo fahren, nicht wesentlich schneller aber dafür angenehmer in „unserem“ Tempo.

Ankunft in Haukadalur, hier ist „der“ Geysir zu Hause. Schnell den Camping ansteuern, dankbar befindet der sich direkt neben dem Naturschauspiel, sogar vom aufgebauten Hänger aus ist das Spuckende Loch zu sehen und zu hören. Aber hier spuckt nicht der Geysir sondern der Bruder Strokkur, der Geysir der diesem Phänomen den Namen gegeben hat ist seit einigen Jahren verstummt und brodelt nur noch vor sich hin. Gekocht wurde auch, aber natürlich auch wider zu viel, Penne mit Huhn. Das Huhn kam aus der Dose und aus England, muss man probiert haben. Einige Meter von uns weg, hatte während dem Essen ein englischer Motorradfahrer seine Bleibe aufgebaut, nachdem er damit abgeschlossen hatte, wanderte der vorige Teil des Abendessens dankbar in seinen Magen. Er nahm es mit glänzenden Augen entgegen und verspeiste es bereits kühl direkt aus der Pfanne. Bei einer Zigarette danach erzählte er uns dann, dass er sehr hungrig war, da er zuvor 6 Stunden auf einer Wellblechpiste daher kam, aus der Richtung in die wir wollten, prima. Dabei hat sich auch seine Vorderbremse verabschiedet, eine Fahrt in die Hauptstadt soll dies wieder richten. Wir machten uns mit gefüllten Mägen und den Gutscheinen für das hiesige Bad in der Tasche auf den Weg uns zu duschen und baden. Direkt neben dem spuckenden Riesen ist das Bad, hier hatten wir uns dann auch eine gute Stunde im Hot-Pot und im Bad verweilt. Danach ging es bei Vollmond-Schein noch durch das Geysirgebiet, der einzige der noch rumwanderte war de Engländer, der wahrscheindlich nicht zu Schlaf kam.

Ísland 2010 – 27.8.2010

9. Tag Geysir – 35 – F336 – Skálpanes - -Kjölur – Bólstadarhlid – Warmahlid - Reykir

Geweckt wurden wir an diesem Tag von der strahlenden Sonne und vom Gefauche der Geysire. Wir hatten schon recht bald alles zusammen gepackt und alles an seinem richtigen Ort verstaut und konnten die Strecke in Richtung Akureyri in Angriff nehmen.

In der Karte ist die Route als Strasse 35 gekennzeichnet, somit ist es also keine Hochlandpiste – dachten wir, aber immer noch die Aussage des Engländers im Hinterkopf, von wegen 6 Stunden Wellblechpiste. Zunächst, alles bestens. Aber nur für die ersten 20 km. Danach wurde es Kilometer um Kilometer schlimmer. Wellblech, oder Waschbrett, ist wohl die beste Umschreibung des Zustandes der Piste für die folgenden ca. 100km. So ging’s dann vorwärts durch endlose Schutthalden mit aber grandioser Weitsicht auf die nahen Gletscher. Bei der markanten 1200m hohen Erhebung, dem Bláfell, ging eine Stichstrasse ab von der Piste in Richtung Gletscher. Die veruchten wir ´mal. Nach einem kurzen Stück parkten wir für einen kurzen „Ausritt“ unseren Trailer. Wir vermuteten schon da, dass wir das folgende Stück ohne Anhängsel, besser bewältigen können. Wir passierten eine Hütte mit Werbeschilder für Snowmobile-Fahrten auf dem Gletscher, etwas später einen ausgedienten Bus, wo die Snowmobilfahrer eingekleidet werden und dann kam’s doch auch hart auf uns zu. Über recht ruppige Passagen ging es recht steil den Moränenwall hinunter zum Gletscherrand. „Shake, rattle and roll“! Dann waren wir auf dem Gletscher! Ein kleiner Traum ging in Erfüllung.

Eine Fahrt über einen Gletscher auf Island mit dem eigenen Landy - We did it!



Nach dem ruppigen und steilen Aufstieg zur Hütte, sammelten wir den Hänger wieder ein und fuhren wieder durch recht öde Landschaft mit 15-40km/h unseres Weges. Wischen den Gletschern Langjökull und Hofsjökull hindurch, erreichten wir dann Kjölur, unserem Ziel für das Mittagessen. Mittlerweile war es aber schon 3 Uhr und wir mussten uns ranhalten um unser heutiges Ziel einigermassen zeitig zu erreichen. So verdrückten wir auf immer noch holpriger Piste etwas Schweizer-Schoggi und eine Banane dazu um uns für den mühsamen Rest der Strecke zu stärken. An uns zog rechterhand das grosse Stauwerk, das aus Stauseen besteht, vorbei und die Piste wurde dabei auch schlagartig besser, ja sogar sehr gut. So kamen wir dann auch richtig flott die nächsten Kilometer voran, bis wir in die geteerte Ringstrasse einbogen. Die Suche nach einem passenden Campingplatz dauerte nicht lange, so konnten wir dann endlich uns etwas „gescheites“ zu essen zubereiten. Dank dem, dass ein Grill vorhanden war und wir ihn auch benutzen konnten, gab’s wieder mal richtiges Fleisch. Wie es sich gehört auf Island: Lamm mit Kartoffeln und zum Nachtisch eine Tasse „Swissmiss“.
Der Engländer hatte recht. Eine elende „Schüttelei“ den ganzen Tag.

Aber dennoch, es hat sich gelohnt, nur schon allein wegen der Fahrt auf dem Gletscher.

Ísland 2010 – 25.8.2010

7. Tag Vik – Laki – Vik - Holaskjol

Die Nacht haben wir bei bester Unterbringung im Cottage verbracht. Dank dem, das wir am Morgen nichts zusammen zu räumen hatten, sind wir nach dem ausgiebigen Morgenessen recht zügig von Vik weggekommen. Das mussten wir auch, denn wir wollten zum Laki-Vulkan fahren. Da das Gebiet mit den Kratern nur auf einer Piste zugänglich ist, sprich zuoberst wird gewendet und die gleiche Strecke zurück gefahren werden muss, haben wir unseren Trailer an der Küste in Kirkjubæjarklaustur stehen lassen. Zuerst ging’s recht flott die F206 bergwärts. Das letzte Stück bis zu den Kratern war recht mühsam und wir kamen mit nur teilweise Schritttempo vorwärts.
Schliesslich beim Aussichtspunkt angekommen, wurden wir mit einem Super Blick über die mehr oder weniger alle zum selben Vulkan-System gehörenden Vulkane. Die Reihe der „Speihmonster“ erstreckt sich über ca. 25km. Die Reihe verläuft schnurgerade und wird durch 115 Krater gebildet.

Der Ausbruch des Vulkan-Systems im 18Jh. löste die die bisher grösste Katastrophe weltweit in der Menschheitsgeschichte aus. Verheerende Hungersnöte in ganz Europa, Fiehsterben bis auf die Shetland-Inseln (Giftgaswolken) und auf Island selber kamen bei dieser Katastrophe ca. 2/3 der Bevölkerung und des Fiehs um.
Wir unternahmen einen kleinen Fussmarsch um den Laki-Krater zu erkunden. Auf unserer Karte fanden wir eine „gestrichelte Piste“. Diese wollen wir fahren, um nicht die gleiche Strecke nochmals fahren zu müssen. Die Piste wird wohl noch etwas gröber sein, vermuteten wir. Mit unserer Vermutung lagen wir richtig. Diesmal waren unzählige Kilometer Lavafelder im Schritttempo zu durchfahren. Es war nicht die schnellste Route aber bestimmt eine die noch nicht allzu viele gefahren sind. Zu sehen gab’s eigentlich dabei auch noch recht viel. Die Strecke war nicht nur für den Fahrer interessant sondern auch für den Beifahrer abwechslungsreicher als die zuvor gefahrene Bergstrecke. In dem Ort mit dem Zungenbrechenden Namen (Kirkjubæjarklaustur), haben wir den Trailer wieder an den Hacken genommen und sind die paar Kilometer Ringstrasse bis zum Einstieg in die Route nach Landmannalaugar gefahren. Zuerst auf der 208 die später in die F208 übergeht, sind wir auf der sehr angenehm zu fahrenden Piste, bis zu unserm nächsten Nachtlager gefahren.

Auf dem Campingplatz angekommen, konnten wir wie auch schon auf anderen Plätzen die Gemeinschaftsküche nutzen um unser Nachtessen zu kochen (Gemüserisotto mit Tomatensalat). Bald schon horchten wir am Kissen und verbrachten eine sehr ruhige und warme Nacht, obwohl uns ein Busfahrer mit einer kalten Nacht „gedroht“ hatte.

Mittwoch, 25. August 2010

Ísland 2010 – 24.8.2010

6. Tag Kirkjubæjarklaustur – Hörgsland – Kirkjubæjarklaustur - Thakgil - Vik

Ein lausiger Tag. Das Wetter will nicht richtig mitspielen. Eigentlich war der Wecker auf 07:30 gestellt, aber nachdem wir aus dem Fenster hinausgeschaut haben, blieben wir einfach noch für eine Runde Schlaf im trockenen und warmen Schlafsack. So gegen Zehn, entschlossen auch wir aufzustehen, jedoch ohne Plan was wir an diesem Tag unternehmen sollen. Die Route zum Laki konnten wir uns aus dem Kopf schlagen. Weiter nach Osten machte keinen Sinn, da dort die Wolken noch tiefer hingen als in Richtung Westen. Noch recht unschlüssig kehrten wir in den nur wenige Meter neben den Campingplatz liegende Raststätte ein. Für über eine Stunde weilten wir – immer noch unschlüssig, bei Kaffee und Toasts im Restaurant. Endlich schlüssig geworden, fuhren wir doch Richtung Osten, in der Annahme einen guten Campingplatz zu finden, der auch einen Gemeinschaftsraum bietet, wo wir den Nachmittag verbringen könnten. Aber, falsch gedacht. Der angepeilte Camping war noch nicht bedient und wir hätten über eine Stunde auf die Receptionistin warten müssen. Und der Platz - nicht gerade das was wir erwartet haben. Und wieder kam die gleiche Frage auf. Weiter nach Osten oder zurück nach Westen? Der nächste Ort mit guter Camperinfrastruktur ist Vik, gut 70km westlich. Die gleiche Strecke, die wir schon am Vorabend bei Nieselregen gefahren sind, mussten wir also nochmals hinter uns bringen.
Nach einer nicht enden wollende Strasse über ein 25km breites Lavafeld, gab es für Camping noch eine Möglichkeit. Dieser Platz ist aber 15km weg von der Hauptstrasse in den Bergen.
Warum nicht, dachten wir. Die Strecke zu diesem Platz ist wirklich sehr angenehm zu fahren. Sie bietet neben, reizvollen Flussebenen, Lavahöhlen, interessante Stallungen für Schafe und auch schöne Blick auf den nahen Gletscher. Der Campingplatz selbst, ist sehr schön angelegt, auch mit Hütten zum übernachten. Fürs BBQ bietet sich eine grosse Höhle mit Ofen und Sitzgelegenheiten an. Alles schön und gut – bei schönem Wetter. Wir machten wieder kehrt und entschlossen uns nun wirklich nach Vik zu fahren.

Dort angekommen, haben wir uns ein Cottage gemietet (Edda Hotel Vik), dass uns Schutz vor dem Regen geben kann und wir unsere Sachen trockenen können. Wir werden versuchen Morgen via Landmannalaugar, das Hochland Süd-Nord zu überqueren. Der Wetterbericht verspricht gutes Wetter für die nächsten zwei bis drei Tage. Genau das was wir brauchen, um ins Hochland zu fahren. Nachtessen: Tortellini mit Speck (Kiesel und Rasenschnitt), dazu Nutellabrötli und Coci. Alles aus unseren mobilen Bordküche.

Ísland 2010 – 23.8.2010

5. Tag Selfoss – Reykiavík – Þorlákshöfn - Skógar - Sólheimasandur - Kirkjubæjarklaustur

Den Dieselfilter den wir am Vorabend wechseln mussten, wollte ich so rasch als möglich ersetzt haben. Somit war das Programm für den heutigen Tag recht klar; zumindest für den Vormittag. Da wir recht nah bei Reykiavik sind, wollen wir da den Filter bei der Land Rover Vertretung ersetzen respektive unser mitgeführtes Ersatzteillager wieder „auffüllen“. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt und etwas Suche nach der LR Vertretung, sind wir fündig geworden. Die erstaunlich grosse Garage mit vielen anderen Markenvertretungen machte einen sehr gut organisierten Eindruck. Nach kurzem Warten am Ersatzteilschalter, bekamen wir dann das gewünschte Teil. Etwas beruhigter und einige Kronen leichter, fuhren wir der Küste entlang in südöstlicher Richtung.

Dieser Tag sollte noch ein kleines Highlight bringen. In Foren und Beiträgen über Island sind wir öfter über Fotos und Videos mit einer abgestürzten DC3 der US Navy, gestolpert. Diese Stelle wollten wir auch finden und einige Fotos schiessen (Trophäenjagd). Und – wir haben dank sehr genauen Koordinaten die Maschine im Niemandsland, nach einiger „Kurblerei“ in einer sehr sandigen Flussdelta (Sandur), schliesslich gefunden. Ein Anblick – unwirklich – aber doch real. Die Geschichte der DC3 ist uns nicht bekannt, nehmen aber an, dass sie nicht durch die vorhandenen Einschusslöcher zu Boden ging, sondern es sich um eine „normale“ Notlandung handelte, was hier in dieser Ebene auch durchaus Sinn macht. Die Einschüsse werden wohl von übermütigen Einheimischen stammen. Obwohl einige Einschüsse auf ein grösseres Kaliber hinwies – war’s wirklich kein Abschuss ?

Die Trophäe im Kasten, fuhren wir zum Abschluss des Tages nach Kirkjubæjarklaustur. Dieser Ort ist die optimale Einstiegsstelle um zum Vulkan Laki und von Süden her, zwischen den beiden grossen Gletschern hindurch, ins Hochland zu kommen. Wenn auch der angefahrene Campingplatz etwas mager ausgerüstet ist, machten wir trotzdem dort für unser Nachtlager halt. Der Anhänger war schnell platziert und nach einem selbst hergerichteten Nachtmahl waren machten wir uns früh in die „Falle“. Morgen erwartet uns ein langer Tag.

Sonntag, 22. August 2010

Ísland 2010 – 21.8. - 22.8.2010

3. + 4. Tag Vholsvöllur – F61 – F210 – F233 – F208 – Landmannalaugar - F225 / Selfoss

Update: 25.8.2010

Für den folgenden Tag haben wir beschlossen, nach Landmannalaugar zu fahren. Folglich mussten wir zeitig aufstehen und den ganzen Gerümpel packen. Gleich neben dem Campingplatz konnten wir in die Route einsteigen. Schon bald, mitten in einem breiten Flussbett erreichten wir die erste Furt – die erste richtige Furt seit vier Jahren, diesmal mit Trailer. Ein etwas mulmiges Gefühl beschlich mich. Zum Glück kamen 2 Fahrzeuge von hinten und ich konnte denen grosszügig den Vortritt lassen. Ich sah, dass es auch für uns keine grössere Sache sein wird, den Bach zu queren. Und durch!

Nach geschätzten weiteren fünfzehn kleineren und grösseren/tieferen Furten erreichten wir Landmannalaugar. Die Landschaften bis dahin sind wirklich ein Erlebnis. Eine der schönsten Routen die ich bis dahin erlebt und durchfahren habe.

In Landmannalaugar wollten wir eigentlich die Nacht verbringen. Nach einem Bad in der heissen Quelle, ist Thomas die Erleuchtung nicht da zu nächtigen. Der Wind war so stark und dadurch kühlte es merklich ab, dass ich mir Mütze über die Ohren ziehen musste. Zudem hatte es für unseren Geschmack zu viele Turis. Wir fuhren über Landmannahellir zurück in küstennähere Gebiete. Nahe Hella fanden wir einen sehr schönen und ruhigen Campingplatz mit warmem Duschhäuschen. Kurz noch das Nachtessen „Suppe, Wurst und Brot“ verspiesen und dann ging’s zeitig in warme Bett.
Für den nächsten Tag wollten wir uns das goldene Dreieck von Island „vornehmen“. Das sind unter anderem der Geysir diverse Wasserfälle und Pingvellir, dem „Rütli“ von Island. Das Wetter war immer noch nicht so gut wie es die Prognose für die nächsten Tage versprochen hat. Immer nach geeigneten Campingplätzen Ausschau haltend und einigen kleinen Umwegen wegen Diesen, kamen Wir schliesslich auf den Weg nach Selfoss.
Kurz nach Ljosafossstöđ bemerkte Thomas einen starken Dieselgeruch. Anfangs schenkten wir dem strengen Geruch keine allzu grosse Beachtung. Doch als das Dieseln immer stärker wurde, legten wir einen Stopp ein um nachzuschauen was da los sein könnte. Schei....e, wir verloren literweise Kraftstoff aus der Gegend des Dieselfilters. Wir entfernten die Abdeckung des Filters und hatten zugleich die Bestätigung, dass der Kunststoffverschluss am unteren Ende des Filters defekt war. Zum Glück war’s nur das, denn ich habe ich mir von meiner Schwester am Tag der Abreise, noch einen Reservefilter „aufschwatzen“ lassen. Sie sagte noch: „Nimm den noch mit, der geht sehr oft kapput!“ Erst noch abweisend, aber zum Schluss glücklicherweise doch noch angenommen. Danke nochmals!

Nach der kleinen Reparatur und einem Telefon mit unseren heimischen Garage – der Landy wollte nicht gleich wieder anspringen, konnten wir unsere Fahrt fortsetzen. Schmutzig, halb durchnässt und vom Wind durchkühlt, gönnten wir uns ein Hotel in Selfoss. Zum Nachtessen kurz vor 22:00 reichte es gerade noch für ein wirklich gutes Sandwich von Subway, der gleich um die Ecke des Hotels war. Noch einen Film auf einem deutschen TV reingezogen und eingeschlafen.